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17.12.2017

Aktueller Pressespiegel

Lücke in der Literatur gefüllt


„Es sind wirklich reale Geschichten“


Stellten die Studie vor (v.l.): Heinz-Bernd Buss (Kulturstiftung Kreissparkasse), Annegret Rose (Förderkreis Gymnasium), Andrea Tiedke, Annegret Adämmer, Maria Görlitz, Franz-Josef Schönebeck (Heimatverein), Stefanie Tecklenborg und Günther Gromotka. Foto: Nix


Borghorst - Maria Görlitz und Andra Tiedke, ehemalige Schülerinnen des Borghorster Gymnasiums, haben ein Buch veröffentlicht, in dem es um Kriegsgefangene und Fremdarbeiter in Borghorst geht.

Eine sorgfältig verfasste Studie bringt jetzt Licht in ein dunkles Kapitel. Maria Görlitz und Andrea Tiedke verfassten das Buch „Kriegsgefangene und Fremdarbeiter in Borghorst unter besonderer Berücksichtigung des Umgangs mit den Ostarbeitern“. Erschienen ist es im Verlag Tecklenborg. Die beiden Schülerinnen brachten die Analyse als „besondere Lernleistung“ in ihr Abitur 2012 am Borghorster Gymnasium mit ein. Zweieinhalb Jahr später ist das Werk schließlich druckreif.

Am Freitag wurde die Forschungsarbeit vorgestellt. „Das Buch füllt tatsächlich eine Lücke in der Literatur“, sagt Günther Gromotka, der die Studie als Geschichtslehrer begleitete. „Es gibt viele Publikationen zu den Themen Holocaust, Bombenkrieg und über das Schicksal von Flüchtlingen“, so Gromotka. Das Los von Kriegsgefangenen und Fremdarbeitern sei allerdings bislang in den wenigsten ländlichen Gemeinden aufgearbeitet worden.

„Maria Görlitz und Andrea Tiedke haben eine Arbeit vorgelegt, die allen wissenschaftlichen Maßstäben entspricht“, lobt der Geschichtslehrer.

„Wer die Vergangenheit erinnert, verliert ein Auge, wer die Vergangenheit vergisst, verliert beide Augen.“ Das russische Sprichwort wurde zum Leitgedanken der beiden Autorinnen. So durchstöberten sie Archive, sichteten Sekundärliteratur und führten Interviews mit Zeitzeugen. Der Leser erfährt etwas über den historischen Kontext, vor allem aber über das Schicksal sowjetischer, polnischer, niederländischer und französischer Kriegsgefangener in Borghorst, über die Ostarbeiter vor Ort und andere Kriegsopfer.

„Spätestens bei den Interviews mit den Zeitzeugen hat mich die Arbeit so richtig gepackt, weil ich merkte, es sind wirklich reale Geschichten, die dahinter stecken“, sagt Maria Görlitz. „Wir haben ein Jahr lang daran gearbeitet“, beschreibt Andrea Tiedke. „Wir saßen im Stadtarchiv und sichteten Verordnungen. Dort haben wir auch entschieden, welche Nationalitäten und welche Bereiche wir mit einbeziehen konnten“. Auch der Heimatverein Borghorst half mit Informationen. Treu geblieben sind die ehemaligen Schülerinnen der Geschichtsforschung nicht. Andrea Tiedke studiert Grundschullehramt, Maria Görlitz lässt sich zur Gesundheits- und Krankenpflegerin ausbilden.

„Die Arbeit ist hervorragend und entspricht in besondere Weise dem schulischen Auftrag, die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg aufrecht zu erhalten“, betont die stellvertretende Schulleiterin Annegret Adämmer.

Finanziell steuerte die Kulturstiftung der Kreissparkasse 2000 Euro bei, auch der Förderkreis des Borghorster Gymnasiums sponserte die Publikation. Das Buch ist für zehn 10 Euro in Steinfurter Buchhandlungen, beim Heimatverein, bei Steinfurt Marketing und Touristik sowie in den Buchhandlungen Thalia und Poertgen-Herder in Münster erhältlich. Die Steinfurter Stadtbücherei leiht es gerne aus.




Öffnungszeiten Heimathaus

Das Heimathaus Borghorst ist für Besichtigungen jeden 2. Sonntag im Monat von 15:00 Uhr bis 17:30 Uhr, sowie für Gruppen nach Vereinbarung, geöffnet. Der Eintritt ist frei. Bitte schauen Sie auch unter
nach, dort sind die Termine aufgeführt.

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