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18.10.2017

Aktueller Pressespiegel

Schmettern unter freiem Himmel


Liederabend des Heimatvereins


Über 200 Sangesfreunde kamen zum Liederabend des Heimatvereins in den Park am Arnold-Kock-Brunnen. Foto: Karl Kamer

Borghorst - Die Freude am Singen alt bekannter Volks -, Fahrten - und Wanderlieder vereinte am Freitagabend rund 200 Sängerinnen und Sänger beim sechsten sommerlichen Liederabend des Heimatvereins.

Dieses große Gemeinschaftserlebnis weckte viele Erinnerungen an die eigene Jugendzeit. Perfekt und romantisch war das spezielle Erlebnis, bei herrlichem Wetter unter freiem Himmel, durch ein kleines Lagerfeuer und die Illumination des Kreuzes am Arnold-Kock- Brunnen und einiger Bäume, unter die sich die sangesfreudigen Heimatfreunde setzten, um die beliebten Lieder zu schmettern.

Werner Dröppelmann und Reiner Schmitz hatten ihr Akkordeon mitgebracht. Barbara Ulfers spielte Gitarre und Heinz Grautmann unterstützte das Quartett mit seiner Stimme. Dazu kamen einige Sangesbrüder des MGV. Werner Dröppelmann moderierte den Abend und damit der Gesang auch bis zur letzten Strophe klappte, verteilte er neue Liedzettel mit großer Schrift, die auch noch im Schein der Taschenlampen gut lesbar waren.

„Guten Abend, euch allen hier beisamm`” begrüßten die Musiker ihre Gäste. Mit „Auf du junger Wandermann” und „Hoch auf dem gelben Wagen”, der durch den ehemaligen Bundespräsidenten Walter Scheel wieder populär wurde, ließ man nach „Im Frühtau zu Berge wir gehn, fallera” die „Wildgänse rauschen”, um „Wir sind durch Deutschland gefahren” zu singen. Dann stach man mit dem „Hamborger Veermaster”, vorgetragen von dem Solisten Willi Kröning aus dem Shanty- Chor, gemeinsam in See.

Bevor sich die Musiker an ihre Instrumente setzten, um den Gesang zu begleiten, aber auch in der Pause, wurde immer wieder darüber gesprochen, wie viel man früher am Lagerfeuer, in der Schule und Kirche, aber auch zu Hause und am Arbeitsplatz gesungen hat.

An die Zeltlager mit Kaplan Gottmann, die er 1954 und 1955 mit der Pfarrjugend St. Marien in Hullern an der Stever erlebte, erinnerte Werner Dröppelmann. „Es wurde auf Stroh geschlafen. Nachts haben wir die Überfälle abgewehrt und an jedem Abend bis in die Dämmerung am Lagerfeuer gesungen. Die Lieder haben wir bei Lehrer Determann in der Overbergschule gelernt. Wir konnten die ersten Strophen von 50 bis 60 Liedern auswendig mitsingen”, sagte Dröppelmann.

„Da sang der Elektriker bei seiner Arbeit im Neubau den Jägerchor aus dem Freischütz, während eine Etage höher ein Maler den neuesten Song von Katharina Valente schmetterte. Kofferradios gab es damals noch nicht”, erinnerte sich ein 75- jähriger Senior. Eine Sängerin wusste noch, dass die Schulstunden in der privaten Mädchen-Realschule an jedem Tag mit einem Lied endeten.

Das Musik verbindet, betonte auch der Vorsitzende Franz Josef Schönebeck, als er davon erzählte, wie er als Rentner mit anderen ehemaligen Klassenkameraden seinen alten Lehrer Ludwig Stroetmann besuchte, um mit ihm die alten Lieder aus der Schulzeit zu singen. „Wenn eine Schulstunde besonders gut gelaufen war, durften wir zur Belohnung ein Lied singen”, erinnerte sich der Vorsitzende. Noch bei seinem jüngsten Klassentreffen wurde das Lied „De Kuckuck up den Tune satt ....” angestimmt, das man bei Lehrer Alois Oskamp gelernt hatte.

Ein besonders großes musikalisches Erlebnis für die Kinder war es auch, wenn an den großen Feiertagen die lautstarken Männerstimmen im hinteren Teil der Nikomedeskirche, die Orgel fast übertönten. „Meine Mutter hat die Kirchenlieder immer bei der Hausarbeit gesungen”, erzählte eine andere Dame.

Von Karl Kamer

Ein Artikel aus den Westfälischen Nachrichten vom 18.08.2013
www.westfaelische-nachrichten.de







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