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17.12.2017

Aktueller Pressespiegel

Grabplatte gehört nach Borghorst


Heimatforscher Hans Jürgen Warneke referiert über die Stiftskirche


Hans Jürgen Warnecke erklärte die Borghorster Stiftskirche auch an Hand von alten Fotos und Zeichnungen Foto: ka

Borghorst - „Hätte Pfarrer Karl Holthaus vor über 100 Jahren in St. Nikomedes das Sagen gehabt, dann wäre die alte Borghorster Stiftskirche sicher nicht abgerissen worden”, betonte der Vorsitzende des Heimatvereins Franz Josef Schönebeck zur Eröffnung des jüngsten Gesprächsabend mit dem Heimatforscher Hans Jürgen Warneke im Heimathaus. Als Gast konnte Holthaus einige interessante Beiträge geben. Er hatte wertvolle Exponate aus der Stiftszeit in die St.-Nikomedes-Pfarrkirche zurückgeholt.

An Hand eines Modells der Stiftskirche, das der Architekt Horst Evers vor 40 Jahren geschafften hat und jetzt von den Heimatfreunden Herbert Brinkhaus und Bruno Eierhoff wieder originalgetreu zum Leben erweck wurde sowie alten Fotos und Zeichnungen erklärte Warnecke die Details des ehemaligen Gotteshauses. In der Kirche war ein besonderer Bereich für die Stiftsdamen, den sie trockenen aus Fußes aus ihrer Wohnung erreichen konnten. Zu diesem Fräuleinchor gab es auch den Herrenchor. Die Äbtissin hatte von ihrem Thronsessel einen Blick auf den Hochaltar. Insgesamt standen sechs Altäre in der Stiftskirche. Auf einem alten Foto ist ein Durchgang zu erkennen, der vor dem Umbau der Kirche wahrscheinlich in eine Krypta führte. Einige Kunstwerke wurden vor dem Abriss der Kirche ausgebaut und in dem Neubau des Pfarrhauses integriert. Den Taufstein benutzte man lange als Tränke für die Tiere. Er kam in die Nikomedeskirche zurück. Erhalten geblieben sind unter Anderem auch das Stiftsgeläut mit der ältesten Glocke aus dem Jahr 1507 sowie liturgische Kunstgegenstände, wie das Borghorster Stiftskreuz um 1050, Reliqienstatuetten der Muttergottes und des hl. Nikomedes und wertvolle liturgische Geräte. Eine Grabplatte, um 1150 aus Bentheimer Sandstein gehauen, vermutlich mit dem Grafen Bernhard, den Gatten der Stifterin Berta, befindet sich seit dem Abbruch der Stiftskirche im muünsterischen Dom. „Die hat sich Münster unter den Nagel gerissen, man müsste sie eigentlich wieder holen”, meinte Warnecke. Der Heimatforscher erzählte von den Gebäuden der Stiftsdamen, dem Klünderbach und einer Gräfte die das Stift umgaben und vom prallen Leben der Stiftsdamen. Dazu kamen Fotos und Informationen zum Neubau der großen Nikomedeskirche.

Von Karl Kamer

Ein Artikel aus den Westfälischen Nachrichten vom 29.05.2012
www.westfaelische-nachrichten.de








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